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Zeitzeugengespräch mit Walter Bingham an unserem OSZ

11. 05. 2023

Am 10. Mai 2023 fand an unserem OSZ ein Zeitzeugengespräch mit dem jüdischen Journalisten Walter Bingham statt. Im Anschluss an den bewegenden Vortrag konnten Schülerinnen und Schüler Fragen stellen.

 

Der neunundneunzigjährige Journalist lebt in Israel und besucht regelmäßig Schulen in Deutschland, um dort aus seinem Leben zu erzählen. Als Überlebender des Holocaust bittet er seine jugendlichen Zuhörer, aber auch deren Lehrerinnen und Lehrer um etwas, das einfach klingt, aber eine schwere Aufgabe ist: Tut etwas, wenn man anderen Menschen etwas Schlimmes antut. Schaut nicht weg, wenn Unrecht passiert. Das, was in Nazideutschland geschehen ist, darf sich nicht wiederholen.

 

Walter Bingham wurde als Wolfgang Billig 1924 in Karlsruhe geboren. Ein Kindertransport nach Großbritannien rettete den damals 14-jährigen Jungen. Als Soldat der „British Armed Forces“ half er 1945 bei der Befreiung seiner deutschen Heimat von der Nazi-Herrschaft. Mit 80 Jahren emigrierte er nach Israel und arbeitet seither als Journalist für den „Arutz7“-Sender in Jerusalem.

 

Walter Bingham erzählte in den gut 2 Stunden beeindruckend von seinem Leben. Er ging gern zur Schule. Nach der Machtübernahme Hitlers 1933 war seine unbeschwerte Kindheit vorbei. Der wissenshungrige Junge durfte in der Schule nicht mehr gut benotet werden, denn er war Jude und wurde von der ersten Reihe in seinem Klassenzimmer nach hinten versetzt.

 

In den Wochen vor der Pogromnacht im November 1938 begann die unübersehbare Bedrohung des Lebens auch für die Familie. Sein Vater wurde nachts abgeholt und gewaltsam nach Polen verschleppt. Walter Binghamhat seinen Vater nie mehr wiedergesehen.

 

Seine Mutter erkannte die Gefahr rechtzeitig und schickte ihren 14-jährigen Sohn zur jüdischen Schule nach Mannheim. Dort bereiteten Helfer die Auswahl für einen Kindertransport vor. Über die Niederlande wurden die Kinder mit einer Fähre nach England gebracht.

 

Dann kam der Zweite Weltkrieg auch nach England. Walter Bingham wurde – mittlerweile ein junger Mann, der seinen deutschen Namen ablegen musste - in der britischen Armee zum Fahrer für alle möglichen Militärfahrzeuge ausgebildet und landete mit den alliierten Streitkräften in der französischen Normandie. Das war der Beginn der Befreiung Deutschland vom Naziregime, an der Walter Bingham seinen Anteil geleistet hat.

 

Im Sommer 1945 konnte der erwachsene Sohn Walter seine Mutter glücklicherweise wieder in die Arme schließen. Ihre Entscheidung, den Jungen nach England bringen zu lassen, hat ihm das Leben gerettet.

 

Ein herzlicher Dank geht an die Kollegin Gundula Koegler, die uns allen diesen unvergesslichen Vormittag mit Walter Bingham ermöglicht hat.

 

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Zeitzeugengespräch mit Walter Bingham (11. 05. 2023)

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